Gegenprotest zum fundamentalistischen Schweigemarsch in Annaberg-Buchholz
Am 30. Mai stellten sich in Annaberg-Buchholz rund 250 Antifaschist:innen einem fundamentalistischen Schweigemarsch entgegen. Während etwa 600 Teilnehmende des Aufmarsches durch die Innenstadt zogen, machte der Gegenprotest deutlich, dass antifeministische und reaktionäre Ideologien auch im Erzgebirge auf Widerstand stoßen.
Polizei verzögert Gegenprotest
Bereits zu Beginn kam es zu erheblichen Verzögerungen beim Loslaufen der antifaschistischen Demonstration. Die Polizei begründete dies mit dem angeblichen Nichteinhalten des Vermummungsverbots.
Auch während des weiteren Verlaufs griffen Polizeikräfte immer wieder durch Ansprachen und Kontrollen in die Versammlung ein. Als Begründung wurden vermeintliche Verstöße gegen Auflagen angeführt. Nach Angaben von Teilnehmenden prägten diese Maßnahmen den Verlauf des Gegenprotests über weite Strecken.
Erschwerte Pressearbeit
Zusätzlich kam es zeitweise zu Behinderungen der Pressearbeit. Polizeikräfte hielten wiederholt nur einen geringen Abstand zum Frontbanner der Demonstration ein. Dadurch wurde die Dokumentation des Protestgeschehens für anwesende Pressevertreter:innen erschwert.
Fundamentalistischer Aufmarsch durch die Stadt
Parallel dazu zog ein fundamentalistischer Schweigemarsch mit rund 600 Teilnehmenden durch Annaberg-Buchholz. Die Demonstrierenden führten zahlreiche Banner und Plakate mit sich und bewegten sich schweigend durch die Innenstadt.
Eine direkte Konfrontation zwischen den beiden Versammlungen blieb aus. Nach Einschätzung von Teilnehmenden des Gegenprotests wurde dies maßgeblich durch polizeiliche Maßnahmen und die strikte Trennung der Demonstrationszüge verhindert.
Solidarität bei Identitätsfeststellung
Auf dem Rückweg traf die antifaschistische Demonstration auf eine laufende polizeiliche Identitätsfeststellung. Diese stand mutmaßlich im Zusammenhang mit geklebten Stickern.
Die Demonstrierenden entschieden sich daraufhin, solidarisch vor Ort zu bleiben und die Betroffenen nicht allein zu lassen. Die Versammlung wartete gemeinsam, bis die Maßnahme abgeschlossen war, bevor der Rückweg fortgesetzt wurde.
Antifaschistischer Widerspruch bleibt sichtbar
Trotz der zahlreichen Verzögerungen und Einschränkungen verlief der Gegenprotest friedlich. Rund 250 Antifaschist:innen machten deutlich, dass fundamentalistische, antifeministische und reaktionäre Positionen auch im Erzgebirge auf organisierten Widerspruch stoßen.
Die Demonstration zeigte einmal mehr, dass sich Menschen vor Ort gegen rechte und konservative Rollenvorstellungen sowie gegen Angriffe auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung engagieren. Der antifaschistische Protest setzte damit ein sichtbares Zeichen für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft.

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