Der bundesweite Instagram-Account des Netzwerks Azubis gegen Rechts wurde von Meta gesperrt. Als Begründung nennt das Unternehmen einen angeblichen Verstoß gegen die „Gemeinschaftsstandards zu Kontointegrität“. Welche konkreten Inhalte oder Aktivitäten zu der Sperrung geführt haben sollen, wurde den Betroffenen nach eigenen Angaben nicht mitgeteilt.

Das Netzwerk teilte uns am Montag Morgen mit, bereits Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt zu haben. Bislang ist unklar, ob und wann der Account wieder freigeschaltet wird.

Sperrung reiht sich in weitere Fälle ein

Nach Angaben von Azubis gegen Rechts handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Neben dem bundesweiten Account seien in der Vergangenheit auch einzelne lokale Gruppen des Netzwerks zeitweise von Sperrungen oder Einschränkungen betroffen gewesen.

Darüber hinaus berichteten in den vergangenen Wochen und Monaten weitere antifaschistische Initiativen über ähnliche Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem Accounts aus dem Umfeld des Aktionsbündnisses Widersetzen sowie Antifa Elbflorenz. Die betroffenen Gruppen kritisieren die fehlende Transparenz bei den Entscheidungen und sehen eine auffällige Häufung entsprechender Sperrungen.

Ob zwischen den einzelnen Fällen ein Zusammenhang besteht oder sie auf dieselben Ursachen zurückzuführen sind, lässt sich derzeit nicht unabhängig bestätigen.

Reichweite als zentrales Werkzeug politischer Arbeit

Für zivilgesellschaftliche und politische Initiativen sind soziale Netzwerke ein wichtiges Instrument, um über Veranstaltungen zu informieren, politische Bildungsarbeit sichtbar zu machen und Unterstützer*innen zu erreichen. Fällt ein Account weg, erschwert dies die Kommunikation und Vernetzung erheblich.

Azubis gegen Rechts kündigte an, die eigene Arbeit trotz der Sperrung fortzusetzen und bis zu einer Entscheidung über den Einspruch auf andere Kommunikationswege auszuweichen.

Kritik an fehlender Transparenz

Die Sperrung erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden Debatte über die Moderationspraxis großer Social-Media-Plattformen. Immer wieder kritisieren zivilgesellschaftliche Organisationen und Betroffene, dass Kontosperrungen lediglich mit allgemeinen Verweisen auf Gemeinschaftsstandards begründet werden, ohne konkrete Verstöße nachvollziehbar zu benennen.

Auch im aktuellen Fall verweist Meta nach Angaben des Netzwerks lediglich auf einen Verstoß gegen die Richtlinie zur „Kontointegrität“.

xnd.media hat Meta um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.